Eine Geschäftsführerin hat alles richtig gemacht. Neue Prozesse, klare Rollen, ein sauberes Reporting. Vieles läuft rund, und doch stockt es. Aus Meetings entsteht weniger als früher, gute Leute gehen, und jedes neue Vorhaben kostet sie mehr Kraft als das letzte.
Eine Organisation lässt sich durch vier Fenster betrachten. Im integralen Modell heißen sie die Quadranten. Die Haltung der Menschen, ihr Verhalten, die gemeinsame Kultur und die Systeme, in denen das alles läuft. Innen und außen, der Einzelne und das Kollektiv.
Diese vier hängen zusammen und wirken von innen nach außen. Sinn formt Handlung, Handlung formt Kultur, Kultur formt Systeme. Die Geschäftsführerin hat vor allem an den Systemen gearbeitet, an Prozessen und Strukturen. Die Haltung der Menschen und die Kultur im Team hat sie dabei kaum berührt. Und genau deshalb verflüchtigt sich das Erreichte nach einigen Monaten wieder.
Das ist der Unterschied zwischen einem Veränderungsprojekt und einem Transformationsvorhaben. Ein Projekt setzt meist außen an, bei Strukturen und Prozessen, und gilt als abgeschlossen, sobald das Sichtbare umgestellt ist. Ein Transformationsvorhaben arbeitet an allen vier Quadranten zugleich und verändert, wie eine Organisation sich selbst wahrnimmt und steuert. Darum hält seine Wirkung, auch wenn die Begleitung längst gegangen ist.
Integral zu arbeiten heißt, durch alle vier Fenster zu schauen und zu erkennen, welches gerade etwas zu sagen hat. Meist beginnt das bei den Menschen. Erst die Person, dann das Team, dann die Organisation.
Wie sich so eine Veränderung von einem Menschen zum nächsten und durch die ganze Kultur verbreitet, lesen Sie im Einblick zur Kultur, die ansteckt.