Eine fehlerhafte Lieferung ist an einen Kunden rausgegangen. So etwas kann in jedem Team mal passieren.
Im ersten Team wird der Fehler schnell offen ausgesprochen. Jemand benennt ihn einfach in der Runde, gemeinsam schauen sie dann, wie es dazu kam, und eine Stunde später steht fest, wer den Kunden anruft. So ist aus dem Fehler etwas geworden, aus dem alle gelernt haben.
Im zweiten Team dagegen kehrt betretene Stille ein. Alle wissen, dass etwas schiefgelaufen ist... doch keiner sagt ein Wort. Und als der Fehler dann herauskommt, fragt jeder zuerst, wer schuld ist. Jeder sichert sich ab, der Fehler wird nach oben weitergereicht, und am Ende entscheidet der Geschäftsführer, wie es weitergeht.
In beiden Teams sitzen ja fähige Leute. Was die beiden unterscheidet, ist ihre Reife, sie stehen auf verschiedenen Stufen. Reife wächst nämlich in Stufen, eine nach der anderen, und jede gibt ihre eigene Antwort auf dieselbe Frage, wie ein Team Halt und Orientierung findet.
Eine Stufe baut auf der vorigen auf, und überspringen lässt sich keine. Was auf der einen gewachsen ist, wird zum Boden, auf dem die nächste steht.
Wirksam wird Führung dort, wo sie den Reifegrad eines Teams erkennt und ihn begleitet. Und dieselbe Freiheit, die das eine Team beflügelt, überfordert das andere, das ihr noch nicht gewachsen ist.
Auch das zweite Team kann reifen. Von allein geschieht das zwar nicht, aber die richtigen Bedingungen lassen sich schaffen. Die Reifung kommt von innen, sobald Führung das Team dort abholt, wo es steht, und den nächsten Schritt mit ihm geht. Zuerst wächst die innere Haltung, dann ändert sich das Verhalten, und mit der Zeit reift eine Kultur, in der ein Fehler offen ausgesprochen wird, so wie im ersten Team.
Wie ein ganzes Unternehmen Woche für Woche erfährt, wo es steht, wenn alle daran teilhaben, lesen Sie im Einblick zur wöchentlichen Diagnostik.