Eine Unternehmerin ärgert sich fast täglich über die enorme Hektik in ihrem Unternehmen. Alles scheint dringend zu sein und alles eilt. Für bewusstes Nachdenken bleibt viel zu wenig Zeit. Sie wünscht sich so viel mehr Ruhe im Tagesgeschäft und sehr viel mehr Weitblick. Das sagt sie auch, in fast jeder Managementrunde.
Als sie schließlich im Coaching darüber spricht, stellt ihr Coach die Frage, wie denn ihr eigener Tag aussieht. Sie erzählt es und wird dabei immer langsamer. Denn jetzt hört sie sich selbst. Jede Nachricht wird sofort beantwortet. Der Kalender ist bis zum Rand gefüllt und auf jede Frage gibt sie umgehend eine Antwort. So versteht sie, dass das Unternehmen in ihrem eigenen Tempo läuft, und die Hektik, über die sie sich ärgert, ist tatsächlich ihre eigene.
So ist das oft. Ein Unternehmen wird zum Spiegel seiner Führung. Was eine Unternehmerin im Außen umtreibt, hat sehr viel mit ihrem Inneren zu tun, mit ihrer Sicht auf die Dinge, mit ihren Prägungen und ihren Werten. Und so beginnt die Veränderung, die sie sich wünscht, zuerst bei ihr selbst.
Und ihr Umfeld nimmt den Takt auf.
Nun lässt sie bewusst Lücken in ihrem Kalender. Sie gibt einer Nachricht auch mal ein paar Stunden Zeit, und sie überlässt die eine oder andere Frage ihrem Team. Das alles braucht seine Monate und geschieht ganz allmählich, bis sich die Atmosphäre im Unternehmen schließlich gewandelt hat. Sie hat ihr eigenes Tempo verlangsamt, und die Hektik ist mit ihr zur Ruhe gekommen.
Wie ein ganzes Team Stufe um Stufe reift und Führung es dabei begleitet, lesen Sie im Einblick zu den Reifegradstufen.